Bamberger Süßholz-Gesellschaft stellt sich vor

Pfeile markieren die Bamberger Süßholzfelder. Die lila Fläche kennzeichnet das Stadtdenkmal
Einbau der Wurzelsperre in der Nürnberger Straße
Vorbereitungen auf dem Gelände der Landesgartenschau
Pflanzaktion in der Heiliggrabstraße

Wie alles begann:
Die Bamberger Süssholz-Gesellschaft hat sich als privat-öffentliches Projekt im Rahmen des Modellprojekts „Urbaner Gartenbau“ im Herbst 2010 gegründet. Das Projekt wurde mit Mitteln des Investitionsprogramms Nationale Unesco Welterbestätten und durch das Zentrum Welterbe der Stadt Bamberg gefördert. Nach einer zehnjährigen Erprobungsphase wurde die Bamberger Süßholzgesellschaft in die MUSSÄROL Bamberger Kräutergärtnerei integriert und bildet jetzt ein weiteres Standbein zu deren vielfältigen Produktpalette.

Was machen wir?
Die Bamberger Süssholz-Gesellschaft hat den bekannten Süssholzanbau, der seit dem Mittelalter in Bamberg gepflegt wurde, wieder aufleben lassen. Dieser Anbau ist eine Bamberger Besonderheit, die deutschlandweit einzigartig ist, jedoch in den letzten Jahren nur noch auf sehr kleinen Flächen und überwiegend zu Schauzwecken stattfand.  Auch weil der Süßholzanbau sehr zeitaufwendig, pflegeintensiv und dadurch mit hohen Kosten verbunden ist. Daher ist eine gezielte Vermarktung von großer Bedeutung. Unser Süßholzanbau wird inzwischen vom Bio-Anbauverband Naturland zertifiziert und unterstützt dank ihrer Mitarbeit auch Menschen mit Behinderung. Das geerntete Süßholz wird in den Werkstätten der Bamberger Lebenshilfe weiterverarbeitet und verpackt. Im Handel ist unser Bio-Süßholz aus Bamberg als typisches Souvenir, sowie geraspelt als Tee, gemahlen als Pulver und in den Teemischungen „Süßholz-Minze“ oder „Süßholz-Ingwer“ erhältlich.

Unsere Anbauflächen
Im September 2010 wurde die erste größere Fläche mit ca. 800 m² auf dem Gelände der Bamberger Kräutergärtnerei Mussärol, mit jungen Süßholzpflanzen bepflanzt. 2012 wurde die Schaufläche für die Landesgartenschau auf dem LGS- Gelände mit ca. 250m² Süßholzpflanzen angelegt, die inzwischen wieder gerodet wurden, ebenso wie eine ca. 1000 m² in der Geisfelder Straße.
Eine ca. 1200 m² große Fläche in der Heiliggrabstraße wurde im Herbst 2011 mit Süßholz bepflanzt.

Immaterielles Kulturerbe
Die Bamberger Gärtnerei ist mit dem „Innerstädtischen Erwerbsgartenbau in Bamberg“ seit dem 14. Oktober 2015 in das bayerische Landesverzeichnis aufgenommen. Träger der Auszeichnung ist das Gärtner- und Häckermuseum als Bewerber – stellvertretend für alle Vereine, Gruppen und Gesellschaften, die in der Gärtnerei aktiv sind. Hierzu zählt auch die Bamberger Süßholz-Gesellschaft.
Inzwischen ist der innerstädtische Erwerbsgartenbau in Bamberg in das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen und wird wie folgt gewürdigt: „Der urbane Erwerbsgartenbau in der fruchtbaren Bamberger Regnitz-Aue entstand im 14. Jahrhundert und konzentrierte sich bis ins 19. Jahrhundert auf die Produktion von Gemüsesaatgut und Süßholz. Noch heute produzieren die Gärtner nach bewährter Tradition und vermarkten ihre Waren hauptsächlich auf dem Grünen Markt, in Hofläden und Restaurants.“

regelmäßige Handhacke ist unerlässlich!